Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Matthias Schmidt

Zahnheilkunde einst

Zahnkunde einst

Hier nun ein paar kurze Streifzüge durch die Geschichte der Zahnheilkunde.

Der Wurm war drin !

Früher nahm man Steinmehle, Harze, Malachit und Pflanzensamen zur Füllung hohler Zähne. Eine Vielzahl von Mitteln sollte gegen Zahnschmerz helfen unter anderem auch Zaubersprüche, aber alles vergebens. Man war überzeugt, daß ein Wurm Schuld an der Zahnfäule und deren Schmerz sei. Immerhin war der Zahnwurm mehr als 3500 Jahre die Theorie geltender Lehrmeinungen.

Erst um 900 v. Chr. wurde der Zahnwurm ins Reich der Sagen verbannt, zumindest in Griechenland. Zum ersten Mal wurden äußere Umstände als Ursache der Karies genannt “Der Zahnschmerz entsteht durch Schleim unter den Zahnwurzeln. Die Zähne werden teils durch den Schleim, teils durch die Nahrung angefressen.” Kariöse Zähne wurden ausgebrannt, nur lockere Zähne wurden entfernt, für diese reichten auch die Finger, die Zange war sehr selten in Gebrauch. Gelockerte Zähne wurden mit Golddraht geschient, der Arzt übernahm auch die Arbeit des Zahnarztes.

Im Mittelalter wurde der Zahnschmerz als gottgewollte Prüfung angesehen. Dieses scholastische Denken wurde erst in der Neuzeit abgelegt. Der Zahnbehandler begann eine aktivere Rolle zu übernehmen. Medizinische Fachrichtungen wie Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die praktische Tätigkeiten erforderten, blieben meist umherziehenden Wundärzten überlassen. Auf Jahrmärkten und Marktplätzen übten die Okkultisten, Stein- und Bruchschneider und die Zahnbrecher ihre Tätigkeit aus. Erst im 18. Jahrhundert starb der Stand der reisenden Zahnärzte aus. Der Wundarzt ließ sich in einer Stadt nieder und besuchte seine Patienten. Aber schon 1834 forderte der Wiener Zahnarzt Gall, daß Zahnoperationen besser im Hause des Arztes vorgenommen werden sollten, da hier alle Instrumente vorhanden waren. Goldschmiede und Drechsler fingen an, für Zahnbehandler Prothesen zu fertigen. Es waren Materialien wie Elfenbein, Nilpferdzähne, Maulesel-, Ochsen- und Seekuhzähne im Gebrauch. Das beste waren jedoch Menschenzähne, die in die Prothese eingesetzt wurden. Erst im 19. Jahrh. kamen die Fortschritte der Zahnmedizin auch dem einfachen Volk zugute.

Lachgas wurde 1776 erfunden, aber erst im 19. Jahrh. wurde es in der zahnärztlichen Behandlung angewandt. Äther- und Chloroformnarkosen folgten dem Lachgas. Somit konnte dem Patienten schmerzfrei geholfen werden. 1884 wurde Kokainlösung zur Betäubung für die Behandlung mehrerer Unterkieferzähne in New York angewandt. Am 08.11. 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die X Strahlen. Kurze Zeit später benannte man sie nach ihm. Im Januar 1896 machte man dann die ersten Zahnröntgenaufnahmen, damals waren noch enorm hohe Belichtungszeiten notwendig. 1871 kam in Amerika der erste Tretbohrer auf den Markt und 1872 die erste elektrische Bohrmaschine für Zahnärztliche Zwecke.

Die Grundlagen der modernen Zahnmedizin waren gelegt...

G. Washington Prothese
     
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Zahnwurm
 
römische Brückenarbeit
 römische Brückenarbeit
 
19. J.Behandlungsstuhl
Unterkieferprothese von George Washington   19. Jahrh. Zahnarztstuhl
 

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